Angst vor dem Zahnarzt: 8 Wege, wie die Behandlung entspannt gelingt
Etwa jeder zehnte Erwachsene in Deutschland hat so große Angst vor der Zahnbehandlung, dass er Termine aufschiebt oder ganz vermeidet. Die gute Nachricht: Zahnarztangst lässt sich Schritt für Schritt abbauen. Hier sind acht Wege, die sich in unserer Praxis in Schlangenbad-Georgenborn seit Jahren bewähren.
1. Sagen Sie es uns
Der wichtigste Schritt ist der einfachste: Sagen Sie beim Anruf oder in der Terminanfrage, dass Sie Angst haben. Wir planen dann mehr Zeit ein, legen den Termin an einen ruhigen Tag und beginnen mit einem Gespräch statt mit der Behandlung. Niemand muss sich dafür rechtfertigen. Angst vor dem Zahnarzt entsteht meist durch schlechte Erfahrungen, oft in der Kindheit, und ist keine Frage von Mut.
2. Der erste Termin ist ein Kennenlerntermin
Beim ersten Besuch schauen wir uns nur an, was ansteht, und besprechen, was Ihnen wichtig ist. Sie lernen die Praxis, das Team und den Behandlungsraum kennen, ohne dass etwas passiert. Viele Patientinnen und Patienten berichten, dass allein dieses Vorgespräch die größte Hürde nimmt.
3. Vereinbaren Sie ein Stopp-Zeichen
Kontrolle nimmt Angst. Wir vereinbaren vor jeder Behandlung ein Handzeichen, mit dem Sie jederzeit eine Pause auslösen können, und halten uns daran. Wer weiß, dass er jederzeit unterbrechen kann, braucht es meist gar nicht.
4. Jeder Schritt wird erklärt
Was man versteht, macht weniger Angst. Dr. Below erklärt vor und während der Behandlung, was gerade passiert und was Sie spüren werden, ohne Fachchinesisch. Sie entscheiden, wie viel Sie wissen möchten: Manche wollen alles im Detail, andere lieber nur das Nötigste. Beides ist in Ordnung.
5. Schmerzfreie Betäubung
Die Angst vor der Spritze ist oft größer als die vor der Behandlung. Wir betäuben die Einstichstelle vorher mit einem Gel, setzen die Betäubung langsam und warten, bis sie vollständig wirkt. Während der Behandlung fragen wir nach, ob alles gut ist, statt zu raten.
6. Lachgas: entspannt und trotzdem wach
Über eine kleine Nasenmaske atmen Sie ein Gemisch aus Lachgas und Sauerstoff. Nach wenigen Minuten lässt die Anspannung nach, Sie sind ruhig, aber wach und ansprechbar. Die Wirkung klingt nach der Behandlung innerhalb weniger Minuten ab, sodass Sie in der Regel selbst nach Hause fahren können. Für viele Angstpatientinnen und Angstpatienten ist die Lachgassedierung der Schlüssel zu einer entspannten Behandlung; oft ist sie nach ein, zwei Terminen gar nicht mehr nötig.
7. Kleine Schritte, kurze Termine
Niemand muss alles auf einmal schaffen. Wir beginnen mit dem, was am wenigsten belastet, etwa einer professionellen Zahnreinigung, und steigern uns. Kurze Termine mit klaren Zielen bauen Vertrauen auf. Sie bestimmen das Tempo.
8. Ablenkung und Begleitung
Bringen Sie Kopfhörer mit Ihrer Lieblingsmusik oder einem Hörbuch mit, oder eine Begleitperson, die im Wartezimmer oder auf Wunsch im Behandlungsraum sitzt. Atemübungen helfen ebenfalls: langsam durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmen, den Bauch dabei weit werden lassen.
Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist
Wenn die Angst so stark ist, dass Sie seit Jahren nicht mehr beim Zahnarzt waren und schon der Gedanke daran Herzrasen auslöst, kann eine ausgeprägte Zahnbehandlungsphobie vorliegen. Dann hilft eine kurze Verhaltenstherapie, die von den Krankenkassen übernommen wird, sehr wirksam; wir arbeiten gern parallel mit Ihrer Therapeutin oder Ihrem Therapeuten zusammen. Wichtig ist nur eines: Warten Sie nicht, bis Schmerzen Sie zwingen. Je früher Sie kommen, desto kleiner ist die Behandlung.

