Zahnimplantat: Ablauf, Dauer und Kosten verständlich erklärt
Ein Zahnimplantat ersetzt die Zahnwurzel eines verlorenen Zahns durch eine kleine Schraube aus Titan oder Keramik, auf der später eine Krone befestigt wird. Von der Planung bis zum fertigen Zahn vergehen meist drei bis sechs Monate; die Kosten liegen orientierend zwischen 1.500 und 3.500 Euro pro Zahn. Hier erfahren Sie, wie die Behandlung Schritt für Schritt abläuft und worauf es für ein langfristig gesundes Implantat ankommt.
Schritt 1: Untersuchung und Planung
Am Anfang stehen eine gründliche Untersuchung, eine Panoramaröntgenaufnahme und die Beurteilung von Knochenangebot und Zahnfleisch. Eine bestehende Parodontitis wird zuerst behandelt, denn entzündetes Gewebe gefährdet auch das Implantat. Sie erhalten einen Heil- und Kostenplan mit allen Schritten und Kosten, den die Krankenkasse vorab prüft.
Schritt 2: Das Implantat wird gesetzt
Der Eingriff dauert pro Implantat etwa 30 bis 60 Minuten und erfolgt ambulant unter örtlicher Betäubung, auf Wunsch mit Lachgas. Das Zahnfleisch wird geöffnet, das Implantatbett präzise vorbereitet und die Implantatschraube eingesetzt. Bei chirurgisch anspruchsvollen Fällen arbeiten wir mit erfahrenen Implantologen zusammen. Die meisten Patientinnen und Patienten sind nach ein bis zwei Tagen wieder arbeitsfähig; Schwellung und leichte Beschwerden klingen innerhalb einer Woche ab.
Schritt 3: Einheilung (3 bis 6 Monate)
In dieser Zeit verwächst das Implantat fest mit dem Kieferknochen (Osseointegration). Im sichtbaren Bereich tragen Sie ein Provisorium, sodass keine Lücke zu sehen ist. Wichtig sind jetzt sorgfältige Mundhygiene und der Verzicht auf Rauchen, das die Einheilung deutlich stört.
Schritt 4: Der neue Zahn
Nach der Einheilung wird das Implantat freigelegt und ein Aufbau eingesetzt, auf dem die Keramikkrone befestigt wird. Sie wird in Form und Farbe an die Nachbarzähne angepasst und ist danach von einem natürlichen Zahn kaum zu unterscheiden. Auch Brücken auf zwei oder mehr Implantaten oder eine Prothese mit sicherem Halt auf Implantaten sind möglich.
Was ein Implantat kostet und was die Kasse zahlt
Für ein Implantat inklusive Aufbau und Krone liegen die Gesamtkosten orientierend zwischen 1.500 und 3.500 Euro; ein eventuell nötiger Knochenaufbau kommt mit 300 bis 1.500 Euro hinzu. Die gesetzliche Krankenkasse bezuschusst das Implantat selbst nicht, zahlt aber den Festzuschuss für den Zahnersatz darauf in Höhe der Regelversorgung, in der Regel einige hundert Euro. Mit gepflegtem Bonusheft steigt der Zuschuss auf 70 oder 75 Prozent der Regelversorgung. Privatversicherte erhalten je nach Tarif einen Großteil erstattet, eine Zahnzusatzversicherung übernimmt oft 70 bis 90 Prozent. Über unsere Abrechnungsstelle lässt sich der Eigenanteil in Raten zahlen.
Wie lange hält ein Implantat?
Bei guter Pflege und regelmäßiger Nachsorge halten Implantate in den meisten Fällen Jahrzehnte; die Erfolgsraten liegen nach zehn Jahren über 95 Prozent. Die wichtigste Gefahr ist die Periimplantitis, eine Entzündung des Gewebes um das Implantat, ausgelöst durch bakterielle Beläge. Sie lässt sich mit gründlicher Pflege, Interdentalbürsten und professioneller Zahnreinigung alle drei bis sechs Monate zuverlässig vermeiden.

