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Ratgeber

Der erste Zahnarztbesuch: Wann er ansteht und wie er für Ihr Kind gut wird

Der erste Besuch beim Zahnarzt sollte stattfinden, sobald der erste Milchzahn da ist, spätestens zum ersten Geburtstag. Er dauert nur wenige Minuten, tut nicht weh und legt den Grundstein dafür, dass Ihr Kind den Zahnarzt als normalen, freundlichen Ort erlebt. Was Sie vorher wissen sollten und wie Sie Ihr Kind gut vorbereiten.

jameda Siegel: Von Patienten bewertet mit Note 1,0

Stand: 17.09.2026Inhaltlich verantwortlich: Dr. med. dent. Dagna H. Below, Zahnarztpraxis Georgenborn

Warum so früh?

Milchzähne haben einen dünnen Schmelz und bekommen schneller Karies als bleibende Zähne, oft schon vor dem dritten Geburtstag, wenn Kinder nachts an gesüßten Getränken nuckeln. Ein früher erster Besuch hat zwei Ziele: Wir beraten Sie zu Putzen, Fluorid und Ernährung, und Ihr Kind lernt die Praxis kennen, bevor jemals etwas behandelt werden muss. Kinder, die ihre ersten Besuche ohne Schmerzen erleben, haben später deutlich seltener Angst vor dem Zahnarzt.

Was beim ersten Termin passiert

Wenig, und das ist Absicht. Ihr Kind darf auf Ihrem Schoß oder allein auf dem Stuhl sitzen, den Stuhl hoch- und runterfahren, in den Spiegel schauen und die Zähne zählen lassen. Wir schauen kurz in den Mund, zeigen Ihnen, wie Sie die Zähne am besten putzen, und tragen bei Bedarf Fluoridlack auf. Wenn Ihr Kind an diesem Tag den Mund nicht aufmachen möchte, ist das in Ordnung; dann üben wir beim nächsten Mal weiter.

So bereiten Sie Ihr Kind vor

  • Sprechen Sie positiv und beiläufig über den Termin, ohne ihn groß anzukündigen.
  • Vermeiden Sie Wörter wie „Spritze“, „bohren“ oder „das tut nicht weh“, die erst auf die Idee bringen, dass es wehtun könnte.
  • Spielen Sie Zahnarzt zu Hause: Mund auf, Zähne zählen, mit einer Taschenlampe schauen.
  • Legen Sie den Termin auf eine Tageszeit, zu der Ihr Kind ausgeschlafen und satt ist.
  • Bleiben Sie selbst entspannt; Kinder spüren die Anspannung ihrer Eltern sofort.
  • Versprechen Sie keine Belohnung fürs „Tapfersein“, das signalisiert, dass etwas Schlimmes bevorsteht.

Was die Krankenkasse übernimmt

Gesetzlich versicherte Kinder haben Anspruch auf sechs Früherkennungsuntersuchungen vom 6. bis zum 72. Lebensmonat, jeweils mit Elternberatung und Fluoridlack. Von 6 bis 17 Jahren folgt zweimal jährlich die Individualprophylaxe mit Putztraining und Fluoridierung sowie die Versiegelung der bleibenden Backenzähne, sobald sie durchgebrochen sind. Ab dem 12. Geburtstag führen wir das Bonusheft. Diese Leistungen kosten Sie nichts; die Termine notieren wir Ihnen gern in den Kinderpass.

Zähneputzen bei Kindern: die wichtigsten Regeln

Ab dem ersten Zahn zweimal täglich mit fluoridhaltiger Kinderzahnpasta putzen: bis zum zweiten Geburtstag eine reiskorngroße, danach eine erbsengroße Menge mit 1.000 ppm Fluorid. Eltern putzen nach, bis das Kind flüssig schreiben kann, also etwa bis zum Ende der Grundschulzeit. Keine gesüßten Getränke in der Nuckelflasche, vor allem nicht zum Einschlafen, und Zwischenmahlzeiten auf wenige feste Zeiten beschränken.

Wenn Ihr Kind Angst hat oder eine Behandlung ansteht

Wir arbeiten nach dem Prinzip „Zeigen, erklären, machen“: Jedes Instrument wird vorher gezeigt, mit kindgerechten Worten erklärt und erst dann benutzt. Ist doch einmal eine Füllung nötig, teilen wir die Behandlung in kurze Schritte. Bei sehr ängstlichen Kindern ab dem Vorschulalter kann eine Lachgassedierung helfen, die das Kind ruhig und entspannt macht, ohne dass es schläft.

Häufige Fragen

Mein Kind ist drei und war noch nie beim Zahnarzt. Ist das schlimm?
Nein, aber jetzt ist ein guter Zeitpunkt. Vereinbaren Sie einen Kennenlerntermin; die Früherkennungsuntersuchungen bis zum sechsten Lebensjahr stehen Ihrem Kind weiterhin zu.
Muss ein kariöser Milchzahn wirklich behandelt werden?
In den meisten Fällen ja. Unbehandelte Milchzahnkaries verursacht Schmerzen, kann den darunterliegenden bleibenden Zahn schädigen und führt bei frühem Verlust zu Platzmangel im Kiefer.
Darf mein Kind bei mir bleiben, wenn ich behandelt werde?
Gern. Kinder, die ihre Eltern entspannt beim Zahnarzt erleben, gewöhnen sich ganz nebenbei an die Praxis.

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